Robert Enke – Die Wahrheit über die wahre Nummer 1

11. November 2009 | Von admin | Kategorie: Allgemein

robert_enkeSprachlosigkeit zum Tod von Nationalkeeper Robert Enke

In der Geschäftsstelle von Hannover 96, bei den Spielern, im gesamten Umfeld, bei den Fans, ja in ganz Europa herrscht Fassungslosigkeit und Trauer. Kaum jemand hat gemerkt oder geahnt was in dem allseits beliebten Ausnahmetorwart vorging.

Es ist bewundernswert, dass Teresa Enke die Kraft gefunden hat, an diesem schweren Tag vor den Journalisten über Gründe, Hintergründe und Probleme zu sprechen. Plötzlich kann ein thema angesprochen werden, dass in der Bundesliga als Tabu gilt. Das Thema Depression.

Dr. Valentin Marks aus Köln berichtet, dass Robert Enke im Jahre 2003 nach seinen Problemen in Istanbul und Barcelona erstmals wegen Depressionen und Versagensängsten in seiner  Praxis gewesen sei. Der Zusatand hat sich dann verbessert und Enke konnte in Spanien und später in Hannover erfolgreich spielen.

Vor 6 Wochen, Anfang Oktober war Enke wieder bei Dr. Marks wegen Depressionen, Verstimmungen, Antriebslosigkeit, die zu Trainingsunterbrechungen und auch zu einer Länderspielpause führten. Danach folgte ein intensiver Aufbau mit einer psychotherapeutischen Behandlung . Robert Enke war dabei sehr kooperativ und er war mehrfach in Köln.

gedenken_robert_enke

Er konnte dann wieder ins Training einsteigen und hat 2 Bundesligaspiele mit einer Klasse Leistung abgeliefert. Besonders gegen Hamburg war er massgeblich an dem Punktgewinn beteiligt.

Eine intensivere Behandlung oder eine klinische Unterbringung hat Enke abgelehnt. Ihm war es offenbar sehr wichtig seine wahre Krankheit nicht bekannt zu machen. Noch am Tag seiner Selbsttötung telefonierte er mit seinem Arzt und hat diesen über seinen wirklichen Gesundheitszustand getäuscht. Er sagte eine stationäre Behandlung  ab, weil es ihm angeblich besser ginge.  Dr. Marks sagt: „Trotz intensiver Bemühungen ist es uns nicht gelungen ihn vor diesem Schritt zu bewahren“

Eine Indikation für eine Zwangseinweisung stellte sich aber nicht, da Robert Enke nach Marks’s Einschätzung zwar latent suizidgefährdet war, aber nicht akut. Er wollte seine Privatsphäre schützen.  Robert Enke hat sich in seinem Abschiedsbrief für die Täuschung, seines Arztes und seines Umfeldes und auch für den Selbstmord selbst entschuldigt.

Teresa Enke sagte, wenn seine depressiven Phasen kamen, dann war das eine schwere Zeit. Ihm fehlte der Antrieb. Trotzdem gab es die Hoffnung auf eine baldige Besserung. Robert wollte seine Probleme nicht in die Öffentlichkeit tragen. Er hatte Angst seinen Sport, der ihm so viel bedeutete zu verlieren.

Wir hätten das zusammen durchgestanden. Das haben wir schon nach Istanbul geschafft.  Wir dachten mit Liebe geht das, aber es geht wohl doch nicht.

Der Tod von Lara hat uns zusammen geschweisst.

Ich habe versucht ihm Perspektive und Hoffnung zu geben. Habe gesagt Fussball ist nicht alles. Wir haben Leila und wir hatten Lara. Es gibt für alles eine Lösung. Ich habe ihn begleitet. Robert wollte aus Angst nicht in die Klinik. Er hatte sogar Angst Leila zu verlieren, wenn der Papa depressiv ist. Aber auch das Jugendamt hätte unterstützt. Er hat sich bis zum Schluss liebevoll um Leila gekümmert. gedenken_robert_enke_3

Fussball war ihm wichtig, war sein Leben, sein Lebenselixier, die Mannschaft, selbst Teil der Mannschaft zu sein. Er fand es so schön bei der Mannschaft zu sein. Training war sein halt. Jeden Tag Training war für ihn das wichtigste.

Man fragt sich, wie können so viele Menschen so etwas nicht bemerken. Aber es handelte sich nicht um eine typische endogene Depression mit reaktiven Komponenten, die dazu führt, dass man gar nicht mehr aktiv sein kann und mit latenten selbstmordgedanken einhergehen. Solange hatte man es geschafft Abwehrmechanismen aufzubauen.

Dr.Marks sagt selbst, dass ihm Robert Enke sehr nahe stand und dass er die akute gefährdung nicht bemerkt habe.

Die Frage ob eine vorzeitige Bekanntmachung seiner Krankheit die die Situation verbessert hätte muss verneint werden. Sie hätte eher zu einer zusätzlichen Krise geführt.

Hannover und Deutschland wird seine Nr. 1 vermissen, den Sportler Robert Enke, aber auch den Menschen der mit seiner sympathischen Ausstrahlung und seinem grossen Herzen ein nun eine grosse Leere hinterlassen wird.

Am 11.11 findet um 18 Uhr in der Marktkirche eine ökumenische Trauerandacht statt und anschliessend ein Trauerzug zum Stadion, wo  sich jeder in ein Kondulenzbuch eintragen kann

.Ruhe in Frieden Robert Enke.

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